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Montag, den 11. Januar 2010 um 08:22 Uhr |
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Heisa, war das alles schrecklich. Aber das Tolle ist: Wir sind wider Erwarten nicht komplett dahingerafft worden. Kann man Tamiflu eigentlich auch als Streusalz benutzen oder was war jetzt da wieder los? Ja, gut... Schnee... und weiter? Hat man ja in unseren Gefilden auch schonmal gesehen, oder? Ich meine sogar, irgendwann schon NOCH mehr davon auf einmal gesehen zu haben. Nächsten Winter hätte ich die ganze Panik dann bitte gern etwas komprimierter. Deshalb möchte ich jetzt an dieser Stelle schonmal warnen: Nehmt die Daisy-Grippe nicht auf die leichte Schulter. Es ist nicht sicher wann und ob sie kommt, aber eins steht jetzt wirklich sowas von fest: Wenn sie kommt, dann stehen uns allen die schwersten aller Zeiten bevor... das wird diesmal dann wirklich ganz, ganz arg tödlich und furchtbar und düster und so. Echt jetzt, großes Marsianer-Ehrenwort! Und im Sommer gibts ja vielleicht mal wieder Killerbienen, wär doch auch irgendwie schön. |
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Freitag, den 11. Dezember 2009 um 21:15 Uhr |
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Die folgenden Zeilen werden sich mit der viel zu selten gestellten Frage beschäftigen, was Personennahverkehr und Geschlechtsverkehr gemeinsam haben. Freilich fallen einem da sofort die völlig identischen Endsilben ins Auge. Desweiteren braucht es nicht besonders viel Abstraktionsvermögen um festzustellen, dass die beiden Wortbestandteile „Personen“ und „nah“ zwar nur in einem von beiden Vergleichsobjekten tatsächlich auftauchen, für das andere aber dennoch einigermaßen unabdingbar sind. Semantisch gesehen wäre jede weitere Ähnlichkeit wohl so sehr an den Sackhaaren herbeigezogen wie der in diesem Satz enthaltene postpubertäre Kalauer. Trotzdem gibt es weitere Parallelen, die ich gerne anhand einer kleinen Geschichte aufzeigen möchte, welche davon handelt wie ich – wie man so schön sagt – von A nach B kommen wollte. Gelang mir dies mithilfe eines mir erbrachten Freundschaftsdienstes noch recht unkompliziert, stellten sich leider gewisse Probleme ein als ich beschloß, dass mein Aufenthalt in B nun durch meine Rückkehr nach A beendet werden solle, wo ich mit Fug und Recht meine Wohnung vermutete, da ich selbige schließlich vor kurzer Zeit dort zurückgelassen hatte. Ich hatte also im weitesten Sinne ein Bedürfnis dessen Befriedigung ich in diesem konkreten Fall durch die Heimkehr meiner selbst anstrebte. Wie bei den meisten Bedürfnissen – und hier nähern wir uns langsam aber sicher wieder der eigentlichen Thematik - gibt es die Möglichkeit hierfür bestimmte Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen. Man ahnt vielleicht bereits, dass an dieser Stelle nun ein etwas gewagter Brückenschlag hin zu einem Dienstleistungszweig, den man oft als "ältestes Gewerbe der Welt" bezeichnet folgt, welches wie wir wissen nicht von Kutschern oder Rikschafahrern ausgeübt wurde. Hier wie dort wie eigentlich überall fühlt sich König Kunde deutlich höher wertgeschätzt, wenn er eine gewisse Auswahl geboten kommt. Während der Freier an sich nun in seiner Situation also auch aus mehreren Optionen die für ihn am sinnvollsten erscheinende aussuchen kann, sich den gehegten Wunsch zu erfüllen oder viel mehr erfüllen zu lassen, hatte ich mich einer äußerst attraktiven Möglichkeit von vornherein selbst beraubt. Nämlich der, mein Problem auf angenehme aber kostspielige Weise durch das Bestellen eines Taxis zu lösen. Für unseren imaginären Bordellbesucher wäre eine vergleichbare Handlungsalternative das Aufsuchen einer sogenannten Edelhure gewesen; einer Prostituierten also, die mit Papieren, Stammbaum und allem Pipapo darauf wartet, ihm in im weitesten Sinne stilvoller Weise ihre Dienste feilzubieten. Der oben erwähnte von und an mir vorgenommene Raub einer Möglichkeit offenbarte sich mir durch einen kurzen Blick auf meine aktuelle Finanzlage und bedeutet für besagten Rolls Royce unter den Dirnen, dass ihr kurzer Auftritt in unserer Geschichte nun ein jähes Ende findet und die ihr zugedachte Rolle von einem Subjekt ausgefüllt wird, welches sich mit verfilzten Haaren und zerstochenen Venen an Bahnhöfen oder bestenfalls in rostgesprenkelten Wohnwagen am Rande einer spärlich befahrenen Bundesstraße aufhält. Auf meine Lage übertragen war der hiermit am ehesten vergleichbare Lösungsansatz der öffentliche Personennahverkehr. Eine Bushaltestelle war schnell gefunden und ich konnte relativ zufrieden feststellen, dort einige Minuten vor dem hier zu erwartenden Verkehrsmittel eingetroffen zu sein. Relativ unzufrieden stellte ich allerdings dann eine knappe halbe Stunde später fest, dass das Wort Fahrplan eine extrem ungenügende Umschreibung für das vor Ort ausgehängte Schriftstück darstellt, handelt es sich doch allerhöchstens um ein überaus vages Vorhaben, keinesfalls jedoch um einen wirklichen Plan, den irgendwer auch tatsächlich in die Tat umzusetzen gedenkt. Der Bus kam also einfach nicht (und diese Wortwahl stellt kein weiteres jenseits des Gürteläquators angesiedeltes Wortspiel dar, sondern ist rein zufällig entstanden). Stünde Freund Freier nun vor einem vergleichbaren Problem, würde er wohl ähnlich handeln wie ich: Er würde die Dinge selbst in die Hand nehmen. Ebendies tat ich also sprichwörtlich mit meinen Füßen und machte mich auf einen strammen, kalten, windigen und überdies recht regnerischen Fußmarsch gen Heimat. Dort bin ich mittlerweile angekommen und fühle mich durch und durchgefroren. Was mich denn auch zum Abschluß meiner Suche nach Gemeinsamkeiten bringt: Ist man nicht bereit, für seine Bedürfnisbefriedigung eine vergleichsweise hohe Geldsumme zu investieren, kann dies unmittelbare Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Zum Glück wird meines Wissens durch Regen kein Tripper übertragen. |
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Dienstag, den 01. Dezember 2009 um 09:05 Uhr |
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... oder "Wieviele Warteschleifen kann ein Mensch ertragen?" Ich bin zwar hin und wieder ein äußerst unzufriedener Zeitgenosse mit einem gewissen Hang zum Meckern und Jammern, aber wenn ich mit einem Anwalt drohe, muss man mich zuvor schon arg in die Enge getrieben haben. Denn den Kontakt mit Anwälten hat meiner Meinung nach kein halbwegs intelligentes Lebewesen verdient. In diesem Fall war es leider soweit. Ich fühlte mich benutzt, beschmutzt und nicht zuletzt tieftraurig als ich mich gezwungen sah, folgendes elektronische Schreiben zu verfassen:
Sehr geehrte Damen und Herren,
Bei der Durchsicht meiner Kontoauszüge musste ich feststellen, dass Sie mir seit Ende September diesen Jahres fälschlicherweise regelmäßig Beträge von meinem Bankkonto abbuchen. Das Wort "fälschlicherweise" verwende ich deshalb, weil zwischen uns meiner Ansicht nach kein Vertragsverhältnis mehr besteht und ich mit einiger Sicherheit behaupten kann, seither keine Leistungen Ihres Unternehmens in Anspruch genommen zu haben, die einen Entgelt rechtfertigen würden. Einen Scan der von Ihnen erhaltenen Kündigungsbestätigung habe ich als Anhang beigefügt und weise besonders auf den Satz "Selbstverständlich werden nur Leistungen bis zum Kündigungstermin abgerechnet" hin.
Ich habe seitdem mehrere Anläufe gestartet, dieses Problem in einem persönlichen Telefonat zu klären, gestern dann allerdings beschlossen, dass dies einer beinahe dekadenten Vergeudung meiner Lebenszeit gleichkommt.
Den Kampf gegen Ihren Sprachcomputer konnte ich noch innerhalb weniger Minuten für mich entscheiden. Allerdings stellte sich bei mir ein starkes Gefühl von Machtlosigkeit und Frustration ein, nachdem ich deutlich mehr als eine Stunde mit dem Genuss Ihres Warteschleifen-Jingles verbracht hatte (von dem ich mich vor allem durch die Textzeile "It all keeps passing by" im Zusammenhang mit dem erwähnten zeitlichen Aufwand zunehmend verhöhnt fühlte). Ich musste also feststellen, dass der Begriff "Hotline" für die von Ihnen angegebene Rufnummer temperaturmäßig um einige Grad zu hoch angesiedelt ist, brach diesen Kommunikationsversuch um meiner geistigen Gesundheit willen ab und sehe mich nun zu einer eher unpersönlichen Problemlösung per Email gezwungen.
Bislang war ich der Meinung, dass mit dem Ende eines Vertragsverhältnisses einhergeht, dass eine in diesem Zusammenhang erteilte Einzugsermächtigung ihre Wirkung verliert. Da dies aber offenbar nicht der Fall zu sein scheint, entziehe ich Ihnen hiermit besagte Einzugsermächtigung und fordere Sie dazu auf, mir den Erhalt dieser Email zu bestätigen, zum Inhalt Stellung zu nehmen und die abgebuchten Beträge umgehend auf mein Konto zurückzutransferieren.
Sollte binnen der nächsten Tage keine Reaktion von Ihrer Seite erfolgen, werde ich mich mit meiner Bank sowie einem Anwalt in Verbindung setzen um künftige Abbuchungen zu verhindern und die bereits abgebuchten Beträge zurückzuerhalten.
Mit freundlichem Gruß, Johannes Welsch Konsequenterweise bekam ich eben Post von einem Autoresponder, dem schriftlichen Äquivalent zum Sprachcomputer. Allerdings immerhin mit dem Hinweis, meine Email würde individuell bearbeitet. Ich bin so gespannt!
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