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Donnerstag, den 02. September 2010 um 21:52 Uhr |
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Es ist Zeit für eine kleine Gesellschaftsstudie und welcher Schauplatz wäre dafür wohl besser geeignet als ein prall gefüllter Linienbus? Dieser schaffte den perfekten atmosphärischen Rahmen für ein unfassbar dummes Gespräch, das ich leider mitanhören musste. Eine Dame mittleren Alters fühlte sich dazu berufen, dem weithin bekannten Hinweisschild zu trotzen, auf dem eindringlich darum gebeten wird, den Fahrer während der Fahrt nicht anzusprechen. Jener wurde also nun in folgende Kurzkonversation verwickelt: Dame mittleren Alters: "Ich bin ja neulich mit Ihrer Firma auf einem Tagesausflug gewesen... da hat uns so ein Russe gefahren und der hat sich total verfranst; wir waren dann viel zu spät da." Verbotenerweise angesprochener Busfahrer: "Ja, da hab ich von gehört. Der Fahrer war angemietet; das war keiner von uns" Dame mittleren Alters: "Nee, sag ich ja... das war'n Russe." |
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Dienstag, den 27. Juli 2010 um 02:20 Uhr |
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Manchmal geht mir so ein bißchen die Hutschnur hoch. Ich will auf keinen Fall auf diesen furchtbaren Artikel verlinken und wollte eigentlich sogar um meiner selbst willen einfach ignorieren, dass es ihn überhaupt gibt. Aber auch Stunden nach der Lektüre bin ich noch sauer. Nicht weil diese selbsternannte Schutzpatronin der Andersdenkenden mal wieder ihren reaktionären Senf in die Welt schmoddert, nicht weil ich mich in irgendeiner Art und Weise der Techno-Szene verbunden fühlen würde. Hauptsächlich wohl wegen des kurz danach veröffentlichten Textes in dem diese unaussprechliche Person wieder den mißverstandenen Märtyrer gibt und den man sinngemäß auf "Och Menno, man wird doch wohl mal was sagen dürfen" herunterkürzen kann. So richtig sauer werde ich dann als ich in ihrem Gästebuch ausschließlich Lobeshymnen auf ihre Courage, Ihren Mut und
letztendlich auf Ihren Sieg gegen die "Sie wissen nicht was sie
tun"-"Gutmenschen" lese. Das ist jetzt nur mal ein zufällig gewähltes Beispiel und ich kann absolut nicht empfehlen, sich mehr davon anzutun. Das hier wird man mit ziemlicher Sicherheit nicht dort lesen: Betr.: Diskussion zu Diskussion gestellt
Frau Herman, Ich möchte an dieser Stelle die Frage aufwerfen, wieso in Ihrem Gästebuch keinerlei kritische Stimmen zu Ihren jüngsten Äußerungen die diesjährige Loveparade betreffend (die ich nicht zum eigentlichen Thema meines Beitrags machen möchte) zu lesen sind. Dass solche hier einfach noch nicht hinterlassen wurden, wäre freilich ein naheliegender Grund dafür, wenn auch für mich persönlich bei Weitem nicht naheliegend genug um ihn ernsthaft in Betracht zu ziehen. Selbstverständlich kann Sie auf Ihrer eigenen Homepage niemand dazu zwingen, Kritik an Ihrer Person oder an von Ihnen vertretenen Überzeugungen zu veröffentlichen. Ich habe daher den von Ihnen verfassten Artikel auf der Seite des Kopp-Verlags aufgerufen um meinen bescheidenen Beitrag zu einer ja immerhin von Ihnen selbst angestoßenen Diskussion zu leisten. Dies tat ich in der Annahme, dass Sie als Kämpferin für die Meinungsfreiheit wohl durchaus an einem Austausch von Argumenten interessiert sein dürften. Doch auch hier fand ich keine Möglichkeit, etwas zur von Ihnen doch ausdrücklich gewünschten Diskussion "über Wert und Unwert solcher Partys" beizutragen. Meiner Ansicht nach führen Sie damit und mit der (natürlich noch unter Beweis zu stellenden) Tatsache, dass Sie meinen Gästebucheintrag ebenso wie viele andere zuvor nicht veröffentlichen oder auf schnellstem Wege entfernen werden, sich selbst und das von Ihnen mit so viel Eifer verteidigte Recht "dagegen zu sprechen" komplett ad absurdum. Nach reiflicher Überlegung hab ich das Ding abgeschickt. Ich habe nichts geschrieben weswegen man mich verklagen könnte. Es kann höchstens passieren, dass man mich dadurch der Lächerlichkeit preis geben will, dass der Text tatsächlich doch veröffentlicht wird. |
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Mittwoch, den 30. Juni 2010 um 07:09 Uhr |
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Heute Morgen bin ich, weil ich durch höhere Gewalt nicht in der Lage war, mir ein Bahn-Ticket zu
ziehen, in einen recht bizarren Disput mit einem Zugbegleiter geraten, der sich wie folgt abspielte:
Ich: Guten Morgen! Der Fahrkartendrucker wollte meinen Geldschein leider nicht annehmen. Ich hätte gern noch eine Einzelfahrkarte nach Dillenburg. Schaffner: Ja, wie stellen Sie sich das denn vor? Ich: ... ? ... (Bin ratlos bis verunsichert, weil ich mir das naiverweise ganz einfach vorgestellt hatte.) Schaffner: Wie soll ich das denn bitte jetzt noch schaffen? (Er guckt mich dabei an, als hätte ich gerade seinen Goldhamster mit jungem Gouda überbacken oder um die Hand seiner 12-jährigen Tochter angehalten.) Ich: Ääähm... Keine Ahnung... Schaffner: Ja, ich muss doch jetzt die Rolle wechseln! Ich: Ok, aber das konnte ich ja nicht ahnen, oder? (Das "oder?" ist mein voller Ernst, sicher bin ich mir jetzt nämlich längst nicht mehr. Habe schließlich keine Zeitung abonniert und auch gestern Abend die Tagesschau nicht gesehen. Da könnte mir also durchaus entgangen sein, dass heute die Rolle gewechselt werden muss.) Während ich intensiv über mein Fehlverhalten nachdenke dreht er sich um und zieht so wortlos wie wutschnaubend von dannen. Vorläufiges Fazit des Tages: 2,40 € gespart und die Erkenntnis gewonnen, dass "Ich muss doch jetzt die Rolle wechseln" ein Totschlagargument ist, das ich demnächst auch in sämtlichen Lebenslagen anwenden werde ("Herr Welsch, Sie können doch nicht völlig betrunken zur Arbeit erscheinen. Ist das da etwa Rumkümmel auf Ihrem Schreibtisch?" - "Ich muss doch jetzt die Rolle wechseln!" - "Ach so, das wusste ich nicht, dann fahr ich eben zur Tankstelle und hole Nachschub. Brauchen Sie auch noch Zigaretten?"). Zudem habe ich gelernt, was Zugbegleiter und TV-Seriendarsteller gemeinsam haben: Sie möchten offenbar nur äußerst ungern auf eine einzige Rolle reduziert werden. |
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